«Es braucht eine eigene Stimme für Betriebsleiterinnen»
Das Interview in der Bauernzeitung mit Sandra Contzen, Agrarsoziologin an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), zeigt, warum es in der Schweiz eine starke Stimme für Betriebsleiterinnen braucht und weshalb die Sache gerade jetzt in Bewegung kommt. Nur rund sieben Prozent der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe werden von Frauen geführt, obwohl Frauen etwa 37 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte stellen. Viele von ihnen fallen politisch und organisatorisch «zwischen alle Stühle» . Traditionelle Rollenbilder, Ausbildungswege (EFZ vs. Bäuerinnenausbildung) und veraltete Verbandsstrukturen tragen dazu bei, dass Betriebsleiterinnen unsichtbar bleiben und ihre Anliegen wenig Gewicht haben.
Gemeinsam mit der HAFL führt Vision Landwirtschaft ein Projekt mit drei «Living Labs» in der Ost-, Zentral- und Westschweiz durch, um Landwirtinnen zu vernetzen, zu stärken und sichtbar zu machen. Aus diesen Netzwerken entsteht der Wille, sich als Gruppe von Betriebsleiterinnen zu organisieren – eventuell sogar in Form einer Fachkommission beim Bauernverband oder einer eigenen Organisation.
Annalena Tinner
Kommunikation
«Weil ein nachhaltiges Ernährungssystem die Grundlage für uns alle ist. Dafür setze ich mich ein.»